Beitrag 7 - Off-Topic: Mein Kommentar zu einem Zitat von Albert Einstein

 

Mein Kommentar zu dem Zitat:
"
Es gibt viele Wege zum Glück, einer davon ist Aufhören zu jammern.“

 

Über die Bedeutung des Ausspruchs:

1.) Sobald eine Person aufhört zu jammern, soll sich im Inneren Wesen eine Glückseligkeit etablieren, da keine Missstände mehr beklagt werden und man sich stattdessen anderen (sinnvolleren) Dingen widmet und diese sodann präsenter im Bewusstsein sind.

 

2.) Oder meint er damit schlicht Glück, welches einem sodann im Leben widerfährt?

 

Ich geh mal vom Variante 1.) aus.

 

Sein Ausspruch kam wahrscheinlich Zustande, weil er einen jammernden Menschen als nervend und störend wahrgenommen hat – für sich selber, in seiner subjektiven Wahrnehmung. Wird die Aussage nun in ein Zitat rein gepackt, ohne Kontext, so wie es aktuell in der Welt niedergeschrieben ist, wird es aber zu einer Pauschalisierung gedehnt. Was er persönlich aber wahrscheinlich nicht zu verantworten hat.

Nun zum psychologischen Clou dabei:

Mit der Umwandlung der subjektiven Aussage in ein Zitat wird daraus eine für die Menschen allgemeingültige Weisheit gestrickt, die den Menschen da draußen als Leitfaden (..zur Erreichung des (Lebens-)Glücks..) dienen soll.

Die vermittelte Weisheit ist:

Ihr Menschen werdet glücklich (existenzielles Bedürfnis – jeder will glücklich sein..), sobald ihr aufhört zu jammern!

 

M. E. ist der Inhalt des Zitates bzw. Satzes mehr als unglücklich. Immerhin erlaubt er es sich indirekt hier an jammernde Menschen eine Forderung („hör auf!“), getarnt als Ratschlag (..“sonst findest du (..weil dies als Weg dorthin versperrt) nicht dein Glück“), zu stellen.

Nun mehr zu der Aussage:

Die Aussage ist wahrscheinlich schon auch ursprünglich als allgemeingültige Formel von ihm gemeint, die er den Menschen hier näher bringen wollte; zumindest so wie es da formuliert ist.

 

Das impliziert m. E. aber auch seine damals offenbar vorhandene Annahme (..während des Entstehungsprozesses der Aussage..), dass jammernde Menschen generell eine negative Wirkung auf ihr soziales Umfeld haben – sie sich deshalb ändern sollen bzw. müssten, weil störend - und er deshalb mit harter Kante bzw. harter Flinte einschreitet, indem er diese Verhaltensweise „negiert“ bzw. allgemein nicht gut heißt. Wenn er damals schon eine berühmte Persönlichkeit war, erhält seine Aussage natürlich noch mehr Gewicht; was die Aussage aber natürlich nicht richtiger macht.

Mit einer harten Aussage schreitet er also selber in das (Welt-)Geschehen ein, weil ihn diese Verhaltensweise an einigen Menschen offenbar deutlich stört.

Nun zum Spannenden:

Ist diese Aussage sinnvoll? Was ist von ihr zu halten?

 

Noch mal zur Wiederholung, die Aussage von Albert Einstein war:

 

Es gibt viele Wege zum Glück, einer davon ist Aufhören zu jammern.“

Die spannendste Frage hier:

Was passiert in einem Menschen, sobald er aufhört zu „jammern“; wird er auf diese Weise sein (innerstes), erstrebenswertes, „Glück“ finden?

 

Meine Aussage dazu:

 

M.E. ist das Geschehen des Jammerns eine sehr ziel-dienliche Verhaltensweise. Die direkte soziale Umwelt wird mit eingesponnen; mit ihrer Hilfe kann womöglich an der aktuell vorhandenen Gefühls- u. Seelenlage etwas verändert werden.

 

Das „Jammern“ eines Menschen kann m. E. (im sozio-psychologischen Kontext) als etwas Wertvolles angesehen werden. Der Mensch verkündet seinem sozialen Umfeld die eigenen vorliegenden Missempfindungen; er formuliert seine eigene Unzufriedenheit für alle anderen sichtbar; so nach dem Motto: Möge doch etwas Geschehen hier, damit sich der Zustand bei mir bessert; in weiterer Konsequenz er seine „Zufriedenheit“ wieder erlangt (..ein existenzielles Bestreben, „zufrieden“ sein zu wollen..).

Herr Einstein möchte hier dagegen empfehlen, die eigenen Missempfindungen zu übergehen und sich besser anderen Dingen zu widmen; und die eigene Unzufriedenheit dem sozialen Umfeld bitte nicht zu vermitteln.

Hierfür fällt mir nur ein Wort ein: Gefahr (..für das Seelenleben des betroffenen Individuums)!

M. E. ein sehr fragwürdiges Vorhaben; eine für das eigene Seelenleben sehr gefährliche Mentalität, besonders auf lange Sicht realisiert (..in Form einer manifestierten bzw. als Teil der eigenen antrainierten Persönlichkeitsstruktur..).

 

Ohne bei den Folgen nun näher ins Detail zu gehen (..das würde den Artikel übersteigen bzw. später in Teil 2..):


Zwei Folgen aus dieser Verhaltensweise fallen mir spontan ein:


* Missachtung der eigenen Empfindungen ist ein sicherer Weg in die „Depression“ u. anderweitigen Seelenerkrankungen. Hello, hello, how low! (..mit dem Gemütszustand..) (Kurt Cobain lässt grüßen!).


* Um ein weiteres gestörtes manifestiertes Seelen-Empfinden zu nennen, was aus solch einem langfristig „verinnerlichten“ Verhaltenskodex („nicht jammern, sondern aktiv sein u. handeln!“ - danke Albert Einstein) resultieren kann, wäre die „Depersonalisierung“.


Bekanntes Beispiel für eine von sich selbst entfremdete Person ist Patrick Bateman (Investmentbanker) aus dem Film American Psycho, eine verfilmte, glorifiziert-faszinierende Show einer Leistungselite. Ich zitiere ihn sinngemäß: Ich kann Alles haben. Du kannst mir die Hand schütteln, und spürst, unsere Lebensstile sind möglicherweise vergleichbar – und ich bin dennoch, einfach, nicht, da!“

 


Autor: Eric Funke; 06.03.2020