Fachbeitrag 17 - Lebhafte Fassung: Wie Sie mit Talentmanagement Ihre Mitarbeiter fördern

Mehr Unternehmenserfolg! Aber Wie? Ein vielversprechender Weg zu Umsatz- und Gewinnwachstum wird mit dem richtigen Talentmanagement erreicht.

 

Mehr (Unternehmens-)Gewinn aufgrund gezielter Talentförderung? Eine Studie1 aus 2015 offenbarte genau dies. Die Boston Consulting Group untersuchte in Kooperation mit der WFMPA2, ob es einen Zusammenhang zwischen der Etablierung eines strategischen Talentmanagements und dem Geschäftserfolg gibt.

Das Resultat: Jene Unternehmen, die ein modernes Talentmanagement in den eigenen vier (Betriebs-)Wänden realisierten, erreichten eine bemerkenswerte Umsatzsteigerung und zügiger wachsende Gewinne.

 

Sie denken sich jetzt: das ist ja alles zu schön um wahr zu sein? Nicht ganz! Der Erfolg begründet sich tatsächlich auf einigen relevanten Schlüsselfaktoren im Human Resources.

 

1. Auf welchen Säulen fußt die Wirkung eines Talentmanagementsystems?


Sehen wir es uns genauer an:

  1. Die individuellen Potenziale der Mitarbeiter werden ermittelt und gefördert.

  2. Mehr Flexibilität bei der Besetzung von Stellen - und die Anforderungen werden genauer von den Fähigkeiten der eigenen Mitarbeiter bedient. Talentmanagement verhilft zu einer genauer ausgerichteten Entwicklung der Mitarbeiter.

  3. Mitarbeiter werden als ein (noch) wichtigerer Faktor für den Geschäftserfolg angesehen  ( → mehr motivierende Anerkennung und Wertschätzung für jeden Einzelnen).

  4. Die Attraktivität als Arbeitgeber nimmt zu; u. a. werden die Mitarbeiter gebunden aufgrund der gebotenen Weiterbildungsmöglichkeiten.

  5. Positiver Einfluss auf die (...von den Mitarbeitern wahrgenommene) Unternehmenskultur: Mitarbeiter werden nicht mehr nur von ihren Vorgesetzten „geführt“, sondern maßgeblich „gefördert“.

 

2. Wie lässt sich Talentmanagement im Unternehmen realisieren?

Vorweg: Das interne Talentmanagement sorgt u. a. dafür, dass die für die Unternehmung erforderlichen Talente die passenden Weiterbildungsmöglichkeiten erfahren. Ist dies intern nicht möglich, wird auf das externe Talentmanagement ausgewichen.

Lassen wir uns das Prinzip der Realisierung eines Talentmanagementsystems zur Veranschaulichung in sieben Punkte untergliedern (→ die sog. „Schritte des Talentmanagementprozesses“):

 

Erster Schritt: Die Ausarbeitung eines Entwurfs für das eigene Talentmanagement im Unternehmen.

Zweiter Schritt: Jene Anforderungen werden festgelegt, die von den Talenten erfüllt werden sollen (→ In puncto: Fähigkeiten, Eigenschaften, Mentalität).

 

Dritter Schritt: Ermittlung der Talente für die Schlüsselpositionen (z. B. mit der sog. „Portfoliodarstellung“); dabei werden die Talente nach Leistung- und Potenzialniveau ausgesucht und eingeordnet. Für die Eruierung dieser Werte wiederum existieren es eine Reihe von Instrumenten.

Vierter Schritt:

Die Talente wurden identifiziert? Es existieren bereits Arbeitsstellen, die es zu besetzen gilt? Nun geht es an das sog. „Matching“! Mit der Ambition, identifizierte Talente, möglichst passgerecht auf vorhandene Stellen zuzuordnen. Verwendet werden hierfür u. a. Mitarbeiterprofile, die sich für eine erste Ist-Aufnahme eignen.

Fünfter Schritt:

Beim Management von Talenten ist die „(Weiter-)Entwicklung“ der Talente essenziell. Orientierungsankerpunkte für Bestimmung von Inhalt und Art der (Weiter-)Entwicklung sind die für den Mitarbeiter zukünftig vorgesehenen Tätigkeiten.


Dabei müssen vorneweg so einige Fragen geklärt werden:

Welche Potenziale wohnen dem Talent inne – und für welche späteren Aufgaben können sie genutzt werden? Welche Fähigkeiten, welches Wissen, ist bereits beim Individuum aktuell (im Ist-Zustand) vorhanden – und welche Anforderungen werden für eine zukünftig zu besetzende Stelle benötigt?

Zur Klärung dieser Fragen wird u. a. eine sog. „Soll-Ist-Aufnahme“ herangezogen.

Sechster Schritt: Die Bindung der Talente stärken!


Ein gelungen realisiertes Talentmanagement im Unternehmen wirkt sich positiv auf die Bindung von Talenten aus. Mitarbeiter freuen sich in der Regel, wenn ihnen ein individuelles und auf die Person abgestimmtes Programm zur (Weiter-)Entwicklung angeboten bzw. entwickelt wird. Werden Stellenanforderungen von den Fähigkeiten und Charaktereigenschaften der Mitarbeiter „optimal“ bedient (→ „Matching), so steigt schließlich deren Zufriedenheit.

 

Siebter Schritt:

Abschließend werden in einem regelmäßigen Turnus noch einmal Vorgehensweise und Maßnahmen auf den Prüfstand gestellt. Das realisierte Konzept sollte stetig auf seine Effizienz hin optimiert werden. Für die Bewertung von Maßnahmen wurden im Vorfeld einzuhaltende Ziele festgelegt.

 

3. Wie die Motivation von Talenten auf einfache Weise gefördert wird


Fünf einfache Wege, um die Motivation der Talente zu fördern:


1.) Bedienen Sie die sozialen Bedürfnisse der Talente (..zumindest im Rahmen des Möglichen – z. B. Über flache Hierarchien, Wertschätzung und Interesse an der Person).


2.) Arbeiten Sie an Ihrer eigenen Führungsqualität – gut geführte Talente sind zufriedener und motivierter.

3) Dafür Sorge tragen, dass sich das Talent voll und ganz mit der (Unternehmens-)Vision identifiziert.


4.) Kommunizieren Sie gegenüber dem Talent, wie wertvoll sein Beitrag am Geschäftserfolg ist!


5.) Nutzen Sie etablierte Instrumente und Prozesse (z. B. PROFID) – mit ihnen lassen sich Talente besser führen und in die richtige Richtung steuern.

 

4. Ein Praxisbeispiel, in denen Talentmanagement besondere Früchte trägt!

 

Stellen Sie sich vor: Sie bewegen sich in einem Marktsegment und bieten eine bestimmte Dienstleistung an. Ihre Kunden interessieren sich aber nicht mehr nur für die Qualität des Ergebnisses der Dienstleistung und den Preis, sondern (neuerdings) ebenso für den Wohlfühlfaktor während einer Beratungs- oder Supporteinheit.

Die für diese Situation zuständigen Mitarbeiter müssen auf so eine Situation ganz gezielt vorbereitet werden; z. B. mit der Aneignung neuer Fähigkeiten und Kompetenzen (→ „Social Skills“) über explizite Schulungen. Ein erfolgreich realisiertes Talentmanagement im Betrieb unterstützt dabei maßgeblich. Mit dem richtigen Talentmanagement können die eigenen Mitarbeiter gezielt entwickelt und auf die Erfordernisse der jeweiligen Schlüsselpositionen vorbereitet und ausgebildet werden.

 

In unserem Beispiel: die „Wohlfühl“-Qualität z. B. während der Inanspruchnahme eines Kunden-Services, welcher für Sie einen neu-modernen Erfolgsfaktor herausstellte. Die Etablierung eines Talentmanagementsystems bereitet jene Mitarbeiter mit gezielten Schulungen auf ihre spezifischen Anforderungen & Aufgaben in puncto „Social Skills“ vor.

 

 

6. Literaturverzeichnis

  • Altmeier, Birgit Maria; Dr. Behrens, Beatrix; Diedrichsen, Melf; Dr. Kantzow, Peer; Meimberg, Ruth; Mroß, Anne; Sonnert, Martin; Steinhäuser, Lena; Vodnik, Bodo: Ausgewählte Eckpunkte für ein integriertes Talentmanagement. Oktober 2015. (https://www.dgfp.de/hr-wiki/Talent_Management.pdf – abgerufen am 22.06.2020).

  • Nagler, Sibylle: Talente finden und entwickeln: Von der Strategie zur Umsetzung. April 2017. (https://www.captain-system.de/wp-content/uploads/2017/11/nagler_Artikel-Buch-Talentmanagement-2017.pdf – abgerufen am 22.06.2020)

  • Bohlen, Wolfgang: 5 Tipps wie man Talente fördert. So bleiben Ihre Mitarbeiter dem Unternehmen treu. Juni 2017. (https://www.capital.de/karriere/id-5-tipps-zum-talentmanagement – abgerufen am 22.06.2020)

  • Kierdorf, Wolfgang: Wie man ungewöhnliche Talente fördert. Juni 2014.
    (https://www.cio.de/a/wie-man-ungewoehnliche-talente-foerdert,2960835 – abgerufen am 22.06.2020)

  • Dietrich, Jürg: Talentmanagement für alle Mitarbeiter. (https://www.business-wissen.de/artikel/personalentwicklung-talentmanagement-fuer-alle-mitarbeiter/ - abgerufen am 22.06.2020)



    Autor: Eric Funke, 18.11.2020